ein eigenartiger Tag

Posted by nina
Nov 17 2008

 

So! Heute ist wohl der Tag der Niederlagen. Erst die Absage von Korea. Unter den vielen tausend Einsendungen und den 600, die genommen wurden, waren es nicht meine Salz- und Pfefferstreuer, die auf die Biennale reisen. Schade. Ich hätte gerne einen Grund gehabt, mir Korea anzusehen. So rutscht es halt in meiner Reise-To-Do-Liste wieder ein Stückerl hinunter.

Die zweite Niederlage trifft mich da schon ein bisserl härter: Seit Wochen freue ich mich darauf, euch mein Alter Ego vorzustellen, nur um heute zu erfahren, dass mein zweites Ich ein Rohrkrepierer geworden ist.  Ja, ja, im Dunklen und Geheimen, hat die Kunstschlampe an einer zweiten Identität gebastelt. Als rockbitch wollt ich euch in Zukunft im Climax-Magazin erfreuen. War wohl nix. Die alte rockbitch bleibt auf ihrem Thron und ich werde weiter als Kunstschlampe über dies und das dahin philosophieren.

Egal, den Artikel, den ich dazu geschrieben habe, könnte ihr unten unter “read the rest of this entry….” lesen. Er ist echt lang und heißt “Rockbitch’s Sexurlaub”:

Rockbitch’s Sexurlaub

 

Frankreich, Spanien, Italien, Slowenien, Thailand, Neuseeland,… es gibt unendlich viele schöne Flecken auf dieser Welt, wo man seinen Kletterurlaub verbringen kann. Ich war gerade in Kalymnos und genoss dort nicht nur die Sonne, das Essen und das Klettern per se, sondern auch Ausblicke der ganz anderen Art…

 

Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis, dass Klettern nicht nur Spaß macht, sondern auch den Körper stählt. Wer’s ein bisserl intensiver betreibt, kann sich bald über einen starken musculus latissimus dorsi, einen ausgeprägten musculus rectus abdominis und einen strammen musculus gluteus maximus (etwas profaner ausgedrückt, einen Rücken wie ein Cornetto, einen geilen Sixpack und einen knackigen Hintern) erfreuen. Klettern macht einen sexy Körper und mit einer hohen Dosis griechischer Sonne überzieht diesen innerhalb kürzester Zeit  eine wunderbare bronzefarbene Bräune, die die „Mukis“ noch besser zur Geltung bringt.

 

Ein Glück, dass sich die Schar der Kletterfans nicht nur durch deren Besitz, sondern auch durch Besitzerstolz auszeichnet – so wie es über 4 Grad plus hat, reißt Mann sich das T-Shirt vom Leib und zeigt, was er sich im Winter so in der Halle erarbeitet hat.  Nun darf die ebenfalls kletternde und zuweilen sichernde Partnerin den ganzen feinen Kletterurlaub lang auf den schönen Körper ihres Helden der Wand starren. Und während er schon 40 Minuten lang die Crux in der Route auscheckt, kann es passieren und ist auch recht nahe liegend, dass da so hie und da die Gedanken abschweifen…

 

Bei mir taten sie’s jedenfalls und zwischen griffigen griechischen Felsen und heißen Phantasien sann ich über die eigentümliche Verbindung von Sport und Sex nach. Um das Thema kreisen viele Mythen. Kein Sex oder doch Sex? Ärzte vom Zentrum für Impotenz und Sexualität in Jerusalem haben herausgefunden, dass Sex besonders Frauen vor dem Sport gut tut. Ein Orgasmus erhöht ihren Ehrgeiz und gibt ihnen mehr Power! Ganz anders verhält es sich bei den Männern. Unmittelbar nach dem Koitus wollen sie nämlich immer nur eines und das ist schlafen.  Kurz, sie ziehen das weiche Kissen einer harten 8b vor. Beim Sex VOR dem Sport, genauer am Abend vor dem Sport, sieht es dagegen anders aus. Dieser sei vor allem für Männer gut (???). Nicht nur für den entspannenden Schönheitsschlaf, sondern ganz besonders, weil der Testosteronspiegel dadurch am nächsten Tag höher ist und dieser sie aggressiver macht. Also mutiert der abendliche Schmusekater am nächsten Morgen zu einem Testosteron triefenden Alphatierchen, das die Felswände mit Gebrüll niederreißt. Das richtige Stöhnen und Schnaufen ist dabei universal einsetzbar. Abends als „Begleitmusik“ erfreut es die Kletterpartnerin bei den gemeinsamen Höhepunkten und unter tags gilt es als akzeptierte Ausdrucksform für Anstrengung an der Wand.  Und wer mit seiner Partnerin gerne „dirty talk“ praktiziert, darf schon mal an der Wand so richtig obszön fluchen, oder? Da schallte es doch letztens aus einer Route am Thalhofergrad „Du Hurensau!“. Naja, jedem Tierchen sein Pläsierchen, sagt man doch. Dem Felsen, dem wird’s wurscht sein, und was Klettermaxe seiner Partnerin flüstert… Ok, zurück zum Thema.

 

 

Sex und Sport ist gut und Sex vor dem Sport ist auch gut. Und Sex nach dem Sport? Ist der gut?

 

Alle Theorie ist grau. Frau kennt die Wahrheit. Da es beim Kletterurlaub kein VOR dem Sport gibt, weil es eigentlich immer NACH dem Sport ist, schaut’s mit dem Sexleben eher mau aus. Die Wissenschaft meint wohl Sex nach dem Sport ist sehr entspannend. Sagen wir’s mal wie es ist: Nach der 10. Route im Grenzbereich leidet nicht nur das allgemeine, sondern auch das spezifische Stehvermögen. Das Testosteron ist verpufft und wenn der Held der Wand nach dem Duschen noch die Augen offen halten kann, darf Frau sich über einen Gutenachtkuss freuen.  „Wie wär’s mit ein bisschen Sex?“ schnurrt sie ihm ins Ohr. Er nuschelt im Halbschlaf: „Wenn’s sein muss, bitte nicht!“, kuschelt sich an seine Partnerin und ist schon eingeschlafen. Das einzige, was noch zuckt, ist sein Arm, wenn er von den wilden Dynamos träumt, die er unter Tags fast geschafft hätte… (seufz)

 

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen, was ist mit dem Sex BEIM Sport? Natürlich habe ich mich auch mit diesem Thema ausführlich beschäftigt. Also: Kann es Sex beim Klettern geben? 

 

Zugegeben, es wird einem schon manchmal recht heiß, wenn man auf all die schönen Körper schaut, die wohl definierten Rückenpartien, gebräunt, leicht verschwitzt…. Also warum nicht? Dass nur mir alleine diese Gedanken kommen, halte ich für ausgeschlossen, zeugen doch die vielen einschlägigen Routennamen von zumindest ebenso verdorbenen Gehirnen: „Sumsen ist Bupa“ von Gasser und König, „Eng aber Sexy“  von Meder, „Hormonstau“ von Schifer oder „Fuck the Fish“ von Behm (worauf man(n) halt so steht!). Natürlich gibt’s auch die Romantiker unter den Einbohrern wie z.B. Gasser &. Simek mit „Herz ist Trumpf“ oder  Enserer’s „Männerträume“. Doch und zuletzt steht immer die Erkenntnis „it’s hard to be a man“ von Fachet.

 

Theoretisch denken also mehrere Menschen/Männer beim Routen bohren und beim Klettern an Sex. Aber tun sie’s auch?  Ich hab dazu ein bisschen im Internet recherchiert und fand eine sehr aufschlussreiche Erzählung im Forum von www.bergsteigen.at. Unter dem Stichwort „Sittenverfall oder geile Erotik beim Klettern?“ schildert eine Frau, wie sie am Standplatz mitten in einem Mehrseiler am Colodri ihren Kletterpartner vernascht. Beim Lesen war ich etwas peinlich berührt. Im Gegensatz zu den Forumslesern und –beitragsschreibern,  die über die unterbrochene Sicherungskette philosophierten, sich ein Lehrvideo vom Alpenverein wünschten, überlegten – weil’s doch immer so kalt ist – selbiges Abenteuer in die Halle zu verlegen oder endlich die Erklärung für die abgeschmierten Griffe in Arco gefunden hatten, fand ich das Detail, dass sie tatsächlich über einen leggingsbekleideten Stirnbandträger hergefallen ist, den wirklichen Sittenverfall. Diese männliche Variante des Liebestöters ist seit Robin Hood’s Zeiten out und gehört eigentlich längst in die Mottenkiste…frau isst ja schließlich auch mit den Augen.     

 

One Response

  1. flo says:

    Cooles Gschichtl und ein paar interessante Gedanken *gg*!
    Über die Sicherungskette hätte ich wahrscheinlich auch nachgedacht.
    Kenne da die Gschicht von einem Pärchen im Yosemite die sich´s im Portaledge gemütlich gemacht haben. Als Sicherung haben sich beide je ein Seil um den Fuß gebunden ;-)
    lg Flo

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