Nein, die Kunstschlampe ist jetzt nicht unter die Anarchisten gegangen. Sie folgt nur schon seit WOCHEN!!! einem Prozess unter Künstler-KollegInnen, der sie langsam aber sicher mürbe macht und anfällig für anarchistisch-gewaltätige Phantasien.
Folgender Sachverhalt: Es trug sich zu, dass die AbsolventInnen der Keramikklasse, durch die Idee der Porzellanfee, Maria, inspiriert, beschlossen, gemeinsam eineAusstellung zu machen. Es fand sich ein Organisator, der “gute Kontakte zu Ausstellern und zu den Medien” hat und es fand sich bald auch eine liebe Studentin, die sich das Joch der Organisation der StudentInnen auferlegte. Soweit das erste Treffen: Was wollen wir eigentlich tun?
Seit dem wurde und wird in vielen darauf folgenden Treffen und per Email diskutiert, wie denn eigentlich unsere Ausstellung heißen sollte und was wir machen wollen.
Zu Beginn wollten noch viele den Niedergang der Keramik öffentlich betrauern, die Ausstellungstitel rangierten zwischen zynisch/sarkastisch bis ehrlich traurig. Dagegen wehrte ich mich soweit es ging. Während man nach vorne sprintet, kann sich der Blick zurück als Stolperfalle entpuppen. Also wurde weiter gedacht (oder auch nicht.)
Ribisls und meine Ideen kamen nicht an: Weder wollten meine KollegInnen das Thema “Piraterie als erste Form der Demokratie” weiter spinnen noch mochten sie meine Titeln,die eher aus dem Märchenfach entnommen waren wie “Fenster mit Aussicht”, “Axt und Bär”, “Haus am Meer”. Zwischendurch brachten sie das Thema “Geschirrspül.tauglich”. Ich fand dieses Thema sehr gut und visualisierte sofort einen nackten Adonis, der mit Schürze bekleidet, einen Teller abwäscht. Das Thema fand wenig Resonanz, und als ich meine Visionen teilte, wurde mein Geistestzustand angezweifelt.. Soweit die Offenheit der KünstlerInnen.
Weitere Vorschläge waren: Aufbruch, next generation, fernwestlich, feuerfest, fragile, brennkurve, brennbereich, geschmacksneutral, unter verschluss… ma bitte, das sind soo konservative Titeln!!! Aber ich brauch mir darum eh keine Gedanken machen, weil bis 15 Leute zu einem Titel “Ja” sagen, wird noch viel Wasser die Donau hinunter fließen.