
Ich steige vor wie der letzte Depp. Drei Semester Arthur-Kurs und nix gelernt. Kommt die Angst, geht die Technik und über bleibt das, was ich eh immer schon gehab hab, Kraft.Also zieh ich mich rauf. Nicht schön, nicht gut und vor allem kein Konzept, dass ich einen flakturmlang durchhalte. Egal, mein Entschluss steht fest, ich muss mehr Vorsteigen üben, damit die Nerven stärker werden. Weil toprop kann ich ja wunderbar klettern… also eben!
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Die Outdoor-Saison hat jetzt endgültig begonnen. Günther und ich sind fleißig dabei, Sturz- und Vorstiegstrainings zu halten und es ist wieder mal Zeit für mich, eine klettermäßige Bestandsaufnahme zu machen. Der Workshop – diesmal unser erster Outdoor-Workshop – war ein Erfolg. Natürlich weiß man nachher immer noch, was man da und dort verbessern hätte können, aber im Großen und Ganzen haben alle TeilnehmerInnen ein Stückchen mehr Freiheit gewonnen. Freiheit vor der Angst sich zu verletzten oder den anderen falsch zu sichern. Da kann man schon mal schwerer und besser klettern, wenn die Gedanken eben nur mehr beim Klettern sind und nicht bei den Sorgen….
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Ich mache Diplom an der Uni und hab einen ziemlichen Hänger. Mal abgesehen davon, dass meine Arbeit zwar gut ist, ich aber dennoch nicht wirklich hinter ihr stehe, nervt mich das ganze Getue rund um die Kunst ziemlich.
Nach vier Jahren Ausbildung im Fach Keramik und Porzellan, was bin ich da? Irgendwie fühle ich mich immer noch wie ein Alien. Statt uns – den StudentInnen – das Feld zu eröffnen, wurde es sukzessive immer kleiner gemacht. Das ist Pfui, das ist Kunsthandwerk, das ist Kitsch, das ist Dreck! Gestern ist mich dann auch noch unser Gipskobold angeflogen, weil ihm mein Gips zu dünn war (“Hast du dir denn gar nix von der Vorlesung gemerkt!”) Und kurz darauf kam Anton kopfschüttelnd und meinte, “Macht Diplom und kann nicht mal ne schöne Gipsform machen!” Also was ist da los?!
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Ein Problem, das nicht nur in Italien zu finden ist. Da steht man den ganzen Tag an der Wand und plagt sich und irgendwann ist es dann so weit. Alle Konzentration nützt nichts mehr, es wird Zeit, ein Gebüsch aufzusuchen. Da schält man sich nun aus dem Klettergurt und macht sich auf den Weg. Rein in den Wald, das Auge streift umher auf der Suche nach einem geeigneten Buschen. Nichts, man sucht weiter. Endlich, da hinten, ein viel versprechender Platz, der einem ein bisschen Intimität verspricht. Von den Blicken der Wanderer geschützt und auch von oben nicht einsehbar (ja, ja beim Klettern lauert die Gefahr oben!!!) Da bahnt man sich seinen Weg, ständig vom Ausrutschen bedroht und kaum erreicht man den stillen Ort muss man feststellen, dass auch schon mindestens 15 andere diesen Ort als geeignet befunden hat. Notdürftig das Notdürftige mit einem Taschentuch abgedeckt, sieht der Hintergrund des Busches aus, als wäre ein “Tempo”-LKW umgekippt. Naja, es heißt jetzt tapfer sein, Hosenbeine hochkrempeln, Nase zuhalten, da muss man durch. Ich glaub, das ist die einzige Situation, wo einem als Frau Penisneid plagen könnte, so in Angesicht zu Angesicht mit den Exrementen anderer Kletterer und -Innen.
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