Archive for May, 2008

Fuchsschwänze

das leben und andere abenteuer
May 30 2008
Ich erinnere mich an die Zeit, als ich noch ins Gymnasium ging. Da gab es im Groben zwei Gruppen: Wer ins Gym. ging und mobil war, war das meistens mit einer Verspa oder zumindest, – wenn schon nicht mit dem edlen Italo-Flitzer – doch klassisch-österreischisch, mit dem Puch-Maxi. Die anderen, die brettelten auf etwas, das klang wie eine Gelse auf Speed. Die Aprilia… das Pony unter den Mopeds (weil irgendwie sah es immer zu klein aus), dennoch schnell und meist liebevoll mit einem Fuchsschwanz geschmückt.

Seit in Wien dieser komische Flaggenwahnsinn ausgebrochen ist, frag ich mich schon die ganze Zeit, was denn aus dem alt-klassischen Fuchsschwanz geworden ist. Wie wohl die Autos der damaligen Aprilia-Fahrer aussehen, ob die auch links und rechts auf ihrem Autodach zwei Fuchsschwänze/Flaggen montiert haben?

In diesen Zeiten, wo einem diese Ã?sterreichflaggen in jedem Baumarkt aufgedrängt werden ? ich hab sogar die KassiererInnen im Obi belauscht, die einen inoffizielle Wettbewerb haben, wer als erstes den Karton mit über 1000 Stück Flaggen leer hat - können zumindest die Füchse wieder aufatmen.

Integration auf wienerisch

das leben und andere abenteuer
May 29 2008

Heut wurden meine Pläne mal wieder mächtig vereitelt. Eigentlich wollt ich ja mit Ribisl, Peter und Evi im begrünten Innenhof der Angewandten Picknicken und quatschen und und und.

Nur.. schönes Wetter und so? die Idee hatten schon andere vor mir und so vertrieb uns das Unifest. Als ?Ausweichquartier? diente dann der Kreisky-Park in Margareten und erwies sich als nicht nur brauchbar sondern wirklich atmosphärisch wunderbarer Ort.

Es gab Holzpritschen und Selbstmitgebrachtes, Selbstdortgemachtes und Imnachhineinorganisiertes. Unglaublich war das Kulturengemisch. An einer Ecke feierten Türken mit Tanz und Musik, an der anderen Ecke wir, thailändisch-türkisch-steirisch-wienerisch-polnisch. Ein bunter Haufen vor einer bunten Picknicktafel. Es gab thailändischen Papaya-Salat (hui, sehr scharf), Schweinekoteletts mit Honigsenf, Schafskäse mit Zucchinisalat, Fenchelsalat, normalen Salat, Augsburger, französischen Käse, Bambussprossen mit Zitronengras und rotem Curry, Basmatireis, Melone mit Schinken, Bier, Wein und Almdudler und natürlich auch einen Schokogugelhupf. Unser Picknick war so fein, dass uns die türkisch-österreichische Gesellschaft sogar ein Lob für unsere ?Familie? aussprachen.. Integration auf wienerisch, eben?

Kammerjäger

das leben und andere abenteuer
May 27 2008

Die gestrige Nacht-Session war dem Entlausen ? debugging ? meines Blogs gewidmet. In Konferenzschaltung mit Fred (zeitweise auch mit Doris ? aber das ist eine andere Geschichte) haben wir WordPress ge-updatet und alle Spams& Bugs vernichtet.

Mal sehen, wie lange es anhält. Geärgert hab ich mich ja schon, weil ich es ziemlich ungehörig finde und einen ganz argen Übergriff auf meine Privatsphäre, wenn sich jemand in meine Artikel reinhackt und sie als Plattform für Schweinekram und Umschlaglatz für halblegale Medikamente benützt.

Auf jeden Fall ist jetzt alles clean? bis auf Weiteres?

Ein tolles Geschenk

das leben und andere abenteuer
May 27 2008

Erich hat mir – ohne es zu wissen – ein tolles Geschenk gemacht. Seit Jahren, eigentlich Jahrzehnten, begleitet mich der Wunsch, Bass zu spielen. Ich kenn viele Menschen, die Bassisten sind und das ist kein Zufall, weil ich das Instrument einfach super finde. Die tiefen Töne, wenn alles vibriert… das geht einem durch und durch…. seufz.

Leider war ich bis jetzt immer zu feig es mal auszuprobieren… bis Erich mir keine Wahl ließ. Er drückte mir seinen Bass in die Hand, zeigte mir ein paar Griffe und los gings. Er auf der Stromgitarre und ich hab dazu Bassseiten gezupft. Fürs erste Mal war ich gar nicht soooooooo schlecht.

Auf jeden Fall war es ein super Erlebnis, ich total high, wollt gar nicht mehr aufhören. Hab deshalb heute gleich mal Ribisl angeschrieben, ob er mir nicht ein paar Stunden geben möchte, weil nix ist schwerer weg zu bringen, als einmal angelernte Fehler.

Anyway, ich werd da sicher nicht locker lassen und meinen ohnehin sehr knappen Zeitplan noch ein bisserl straffen, damit das auch noch Platz hat. (ufff)

deconstructing venus in Graz..

kunst
May 24 2008

Mit vollem Auto und bei Nieselregen bin ich gestern nach Graz gedüst. Dort war?s sonnig und wie immer sehr fein. Ich hab sogar gleich zu Didis Firma gefunden.Dann kam das Aufbauen der Ausstellung. Es ist schon sehr spannend, wie der Kontext, der Rahmen, in dem meine Sachen gezeigt werden, deren Wirkung verändert.

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In dem großen Besprechungsraum, wirken meine weißen Porzellanfiguren sehr ruhig, fast als würden sie vom Licht alleine getragen. Den Effekt, den ich mit Porzellan erzielen wollte, wird durch die Raumwirkung verstärkt. Das ist sehr fein. Der ganze Raum hat jetzt eine sehr lichterfüllte und leichte Atmosphäre.

Im Eingangsbereich hängt ?deconstructing venus?. Das Thema meiner Werke und dazu gibt es natürlich eine lange Geschichte. Die Installation ist eine Anspielung auf Dornröschen. Der König lud zur Geburt seiner lang ersehnten Tochter nur 12 von 13 weisen Frauen ein, da er nur 12 goldene Teller hatte. Die 13. ? entzürnt darüber ? stürmt die Feier und verflucht das Kind. Es werde sich an einer Spindel stechen und tot umfallen. Die 12. weise Frau entkräftigte den Fluch, konnte ihn aber nicht aufheben. So fiel Dornröschen in einen hundertjährigen Schlaf, aus dem sie als Frau (vom Prinzen geküsst) erwachte.

13 die Unglückszahl!? 13 Monde hat das Jahr. Mit dem Einzug des Katholizismus wurde der Mondkalender als heidnisch (zu weiblich) verbannt. Wer immer noch Heide (Hexe) war, wurde verfolgt. Die Glückszahl 13 wendete sich gegen die, die daran glaubten?

Wer Lust hat, sich die Ausstellung anzusehen. Die Vernissage ist am 30. Mai, bei der Firma tectos Höfler und Kronsteiner OEG Glaciesstrasse 27/1; 8010 Graz. Beginn ist 20 Uhr. Es stellen weiters aus: Annemarie D. Humele und Peter Liebmann.

Bohrhaken-Blues

Sturzangst, klettern
May 20 2008

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Also Peter hat einen Artikel geschrieben auf bergsteigen.at. Er stellt sich darin die berechtigte Frage, warum man in einer VIII- einen zusätzlichen Haken bohrt, damit sie “sicherer” wird. Argumente dafür und dagegen gibt es viele. Sicherheit ist schon gut und das ist wahrscheinlich das Argument, dem am schwersten zu kontern ist. Dass dadurch die Route verändert wird, sie nicht mehr so ist, wie sie der Erstbegeher gedacht hat, sie das “geistige Eigentum” des Erstbegehers devastiert, ist nur ein Aspekt der ganzen Debatte. Um im 8. Grad klettern zu können, muss man schon viel Zeit, Energie und Motivation aufbringen. Muss man das wirklich noch? Oder gibt es bereits Abkürzungen? Z.B. durch die Eliminierung der Vorstiegsangst durch Übersichern einer Route.

Weltcup Abfahrtsläufe machen eam a bisserl müd
Weu er is abgebrüht
Wenn eam dabei irgendwas erregt
Dann nur, wenn’s einen ordentlich zerlegt
Ein Sturz bei 120 km/h
Entlockt ihm ein erfreutes “Hoppala”

(Reinhard Fendrich, Es lebe der Sport)

Mittlerweile kann man ja alles im Computer simulieren. Angeschlossen an Sensoren, ausgestattet mit Lenkrädern, Schaltknüppel etc. kann man ohne Probleme ein Autorennen simulieren. Die visuelle Darstellung ist mittlerweile fast 100% naturgetreu. Das tatsächliche Verletzungsrisiko ist gleich Null (außer man zwickt sich beim Einschalten des Computers beim CD-ROM-Laufwerk ein).

Warum finden Liveübertragungen von virtuellen Autorennen keine so große Anhängerschaft? Würden doch die bösen Crashs und toten Autorennfahrer ein für alle Mal eliminiert werden?

Weil Sport eben nicht nur Bewegung, Technik und Kraft ist, sondern auch eine starke psychische Komponente besitzt. Risikobereitschaft gehört dazu, der Umgang mit Angst, mit den eigenen physischen und psychischen Grenzen. Eine Route wird als “moralisch” eingestuft, wenn die Sicherungsabstände und die Ausgesetztheit vom Kletterer/von der Kletterin besondere psychische Kraft verlangen. Auch die ist trainierbar.

Sich beim Klettern auf die psychische Ebene einzulassen, ist wohl dem einen oder anderem suspekt. Weil sie eben nicht so eingegrenzt ist, wie ein spezielle Muskelgruppe, die ich am Campusboard trainieren kann. Angst ist ein roter Faden, der sich durch die gesamte Existenz zieht und Blockaden zu lösen heißt sich der Angst als Gesamtes zu stellen. Dass da lieber einer mal einen zusätzlichen Bohrhaken setzt.. naja, ich kann?s verstehen. Der Dämon bleibt unterm Bett und der Tag ist gerettet, bis zum nächsten Mal?.

Fast schon wieder Normalzustand

kunst
May 20 2008

Stressgeplagt, weil die Ausstellung naht?. Es ist schon fast alles fertig. Ein paar Nägel noch einschlagen, ein paar Dinge ausprobieren und schon können die Sachen nach Graz. (Wer?s genau wissen will, findet alle Infos hier: Einladung_Büroeröffnung_Vernissage.pdf)

Ich bin hundemüde und freu mich schon aufs Aufräumen, danach?. Endlich wieder Platz in meiner Atelier-Werkstatt-Büro-Wohnung?..

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Strichmännchen

das leben und andere abenteuer
May 10 2008

Heute war ich bei meinem Stamm-Obi auf der Triesterstr., von dem jeder Wiener, jede Wienerin weiß, dass dort nicht nur Baustoffe zu haben sind. Während ich Samstag Mittag mit meinem Auto auf der Jagd nach einem Parkplatz langsam anrolle, formt sich in meinem Hirn eben so langsam das Wort ?Arbeitsstrich?.

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Wie immer weiter ausholend, muss ich da auch an die letzte meinige Supervision denken (und die vorletzte, um genau zu sein). Es ging um das Thema ?Aushalten?. Warum halte ich so lange in einer unangenehmen Situation aus. Meine Kollegen drangsalierten mich mit genervten Aufforderungen, mir doch endlich einen anderen Job zu suchen, wenn mir mein jetziger ? die Arbeit im forensischen Bereich – nicht gefällt. Gute Ratschläge waren schnell parat. Ich solle mich doch dort bewerben und da, kann ja nicht so schwer sein, bei meinen Qualifikationen, etc. bla, bla, bla.

Was meine lieben KollegInnen samt der Supervisorin übersehen, ist, dass ich keine Lust habe, viel Energie in den Tausch eines Provisoriums durch ein anders zu stecken. Wieder irgendwo hin bewerben, einarbeiten, aufbauen, für was? Ich möchte doch lieber ein Atelier aufmachen und mich mit der Psychologie des Kletterns beschäftigen, doch da ist der richtige Zeitpunkt noch nicht ganz da. Also verkaufe ich weiter meine Arbeitsleistungen an das Landesgericht, auch wenn ich dabei keine Freudensprünge mache. Und ehrlich, seit wann muss einen Arbeit glücklich machen? Reicht es nicht, wenn sie einen ernährt, die Künstlermaterialien und den Urlaub bezahlt und sonst sich nicht aufdrängt? (Wie sagt Schulz von Thun mal so schön: Man kann jemanden anschaffen, Kartoffeln aus dem Keller zu holen, aber man kann ihm nicht anschaffen, es gerne zu tun!)

Im Propeller

Sturzangst, die liebe, klettern
May 05 2008

Heute saß ich mit Didi und seinem Freund/Kollegen im Propeller (in Graz) und philosophierte bei Boeuf Stroganoff, Kroketten und Café über den kleinen Unterschied.

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Didi meinte, Männer seien grundsätzlich sehr einfach gestrickt, so einfach, dass die Gebrauchsanleitung auf der Rückseite eines Kartons Platz hätte. Nur wir Frauen wüssten nicht, damit umzugehen. Wir reißen sie auf, werfen die Verpackung weg und dann stehen wir vor Rätsel?

Ich glaub, darüber muss ich noch mal nachdenken ;o)

Sonst, ja sonst läuft alles prima. Morgen ist ein Stresstag, den ich hoffentlich entspannt am Flakturm oder in der Edelweiss ausklingen lassen kann? mal sehen.

Das Seminar ?Sich fallen lassen können “Umgang mit Vorstiegs und Sturzangst” war fein. Ich hab -dank Günther – nicht nur viel über Sicherheit gelernt, sondern auch Ansatzpunkte für Verbesserungen des psychologischen Beitrags gefunden?

Bei meiner eigenen Sturzangst hatte ich auch mein Aha-Erlebnis. Von Natur aus ungeduldig, muss ich lernen, die kleinen Fortschritte zu feiern.. Immerhin hab ich keine Angst mehr im Nachstieg bzw. toprope zu stürzen. Für den Vorstieg.. da brauch ich noch ein bissal…

Beziehungsmäßig ist das ja auch so – ausprobieren, testen, ob’s hält, vertrauen, ausprobieren, testen, ein bisserl mehr vertrauen…. Hängt ja alles irgendwie z’samm!