Archive for April, 2008

Slomo an meinem Turm ? Gedanken zum Sturztraining Teil IV

klettern
Apr 30 2008

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Gestern wäre ich fast an meinem Turm festgefroren. Der Wind pfiff und es war saukalt. Dafür standen die Bewertungen der Routen an der Wand. Siehe da, die blaue Route, die ich letztens mit Begeisterung geklettert bin (allerdings toprope) war eine VIII- (7a). Schon am Wochenende steckten meine Finger in einer ?utopischen? VIII (7a+) und da frag ich mich ? weil ich im Vorstieg ja immer noch in VI-/VI (5c) fest picke – ob ich der Strategie, einfach die Grade zwischen 5c und 7a auszulassen und gleich bei 7a einzusteigen, nicht etwas abgewinnen kann.

Die Einzelzüge sind machbar, was fehlt ist wieder einmal der Mut beim Vorsteigen. In einer 7a ist die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes höher, als die, dass ich durch komme. (he,he) Womit wir wieder beim Stürzen generell sind.
Seit ich das Thema blogge, bekomme ich viele Anregungen zu hören, wie mit der Sturzangst umzugehen ist.

Erwähnenswert ist die Strategie von Tom ?ein Hapkido-Schwarzgurt-und-beim-Klettern-Sonntagssweater-Träger ? der einfach den Trick anwendet, sich den Sturz in Zeitlupe vorzustellen. Dadurch gewinnt er Zeit, sich einzurichten. ?Slomo? [Anm.: ?slow motion?] gegen die Angst. Find ich gut.

Iiiiichhhh weeeeeerdeeee daaaaasssss heeeeeuuuuuteeeeeeeeeee gleeiiiiiiiiiiiiich ausproooooooooobiiiiiiiiiiiiiiieeeren


Und abgesehen davon, bin ich in tiefster Trauer um meine geliebte Jack Wolfskin Jacke, die irgendwann zwischen Herbst und jetzt verschütt gegangen ist?Scheiße!

Erich Fromm und die Liebe

die liebe
Apr 28 2008

Übernächste Woche muss ich einen Vortrag über Sexualität und Psychotherapie, genau, den Umgang mit dem Thema Sexualität in der Konzentrativen Bewegungstherapie, halten. Dazu hab ich mir gleich mal stoßweise Bücher aus meinem Regal genommen und begonnen, sie quer zu lesen und mir einen Überblick zu verschaffen.

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Das Thema greift ja in alle menschlichen Bereich hinein, ob Paarbeziehung, Beruf, Sport? Erotik, Liebe, Leidenschaft sind nun mal DIE Triebfedern des Menschen. Und über Beziehungen zu philosophieren, mach ja nicht nur ich gerne. Der kluge Herr Erich Fromm schreibt dazu ? was ich mit einem gewissen, frivolen Lächeln goutiere ? ?..zu einem Meister wird man in dieser Kunst (anm.: der Liebe) erst, wenn man sie lange Zeit hindurch praktisch ausgeübt hat,??

Sturztraining – Gedanken Teil III

Sturzangst, klettern
Apr 26 2008

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Sitze gerade vor meinem PC und überlege, wie ich meinen Vortrag kürzen kann. In 20 Minuten Menschen zu erklären, wie sie ihre Angst kontrollieren können, scheint mir sehr ehrgeizig. Nebenbei höre ich von der Thievery Corporation “the richest man in babylon”. Inspiriert von der orientalischen Musik hab ich ein bisschen bei Nossrat Peseschkian geblättert – die, die mich kennen, wissen um meine Leidenschaft für Märchen, Fabeln, Sagen und Sprichwörter. Gefunden hab ich im “Geheimnis des Samenkorns” eine sehr schöne Geschichte:

Ein König träumte, dass ihm nach und nach alle Zähne ausfallen werden. Besorgt ruft er den Traumdeuter. Dieser macht sogleich ein sorgenvolles Gesicht und eröffnet dem König: “Ich muss dir eine traurige Mitteilung machen. Du wirst – genau wie deine Zähne – einen Angehörigen nach dem anderen verlieren.” Diese Deutung ärgerte den König dermaßen, dass er den Traumdeuter in das finsterste Verließ des Hofes sperren ließ. Sodann rief er einen anderen Traumdeuter herbei. Dieser hörte sich ebenfalls den Traum des Königs an und meinte danach: “König, ich muss dir eine frohe Botschaft überbringen! Du wirst älter als alle deine Angehörigen. Du wirst sie alle überleben.” Der König war hoch erfreut über diese Deutung und belohnte den Traumdeuter reichlich.
Die Höflinge wunderten sich gar, warum der eine ins Verließ geworfen und der andere mit Reichtum belohnt wurde. Sie fragten ihn “Du hast doch eigentlich nichts anderes gesagt, wie der erste Traumdeuter. Wieso traf den einen eine so harte Strafe und du wurdest belohnt?” Der Traumdeuter antwortete: “Wir haben beide den Traum ähnlich gedeutet. Aber es kommt im Leben nicht nur darauf an, was man sagt, sondern auch wie!”

Conclusio: Der Dialog, den ich mit mir selbst führe, während ich klettere, entscheidet über den Erfolg. “Bloß nicht stürzen!” würde der erste Traumdeuter sagen. “Du schaffst es! Jeder dritte Griff ist gut” der andere. (ist übrigens mein Klettermantra: “Mindestens jeder 3. Griff ist gut?” Passt für den Schwierigkeitsgrad in dem ich klettere.

Was bisher geschah..

das leben und andere abenteuer, die liebe
Apr 22 2008

So beginnen normalerweise Fortsetzungsgeschichten, also auch diese.

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Die gute Nachricht: meine trüben Gedanken sind gewichen, ja weil auch wir Psychologinnen überreagieren, fehlinterpretieren und uns unglaublich verrennen können, gerade wenn wir selbst betroffen sind und nicht die klärende Distanz zu den Dingen finden. Zum Glück hab ich mich total geirrt und konnte heute schon wieder über mich lachen. Watzlawick hatte mit seiner ?Hammer-Geschichte 1? ja sooo recht. Und obwohl ich sie in Seminaren schon oft erzählt habe, wenn mir die Möglichkeiten fehlen, meine Wahrnehmungen zu überprüfen, dann bleibt nur mehr der trotzige Rückzug. Zum Glück wurde ich diesmal daran gehindert.

Und sonst: das Sturztraining heute war klasse. Das Klettern mit Günther super und ich freu mich schon richtig auf das gemeinsame Seminar.

Gestern hab ich meine Bewerbungsunterlagen für den Stromkilometer-Wettbewerb der Bertha von Suttner-Schule eingereicht und ein paar neue Ideen geboren. Es läuft also zurzeit recht gut. (juhu, hurra, freu!…..)

und hier die Geschichte:

1Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn unser Mann an: “Behalten Sie Ihren Hammer”.

Sturztraining – Gedanken Teil II

Sturzangst, klettern
Apr 20 2008

Klettern ist für mich ja so etwas wie eine Lebensschule. Und während ich mich heute am Peilstein in einer miserablen V+ im Vorstieg herum quälte, kamen mir halt auch Gedanken, Parallelen zum Leben außerhalb von steilen Felswänden und Überhängen.

Heute z.B. hab ich über Beziehungsanfänge und -enden nachgedacht. Wie ist denn das, wenn eine neue Beziehung/Seilschaft zustande kommt, passiert, arrangiert, sich findet? Aufmerksamkeit ist wohl ein Messpunkt. Mit der Aufmerksamkeit beim Kletterpartner zu sein ist essentiell, sonst wird es ein kurzes Intermezzo.

Und wenn es wirklich eng wird, wenn man weiß, jetzt geht’s nicht mehr weiter? Lass ich mich fallen? Kann ich darauf vertrauen, dass der/die unten auf mich aufpasst? Für mich da ist?

Die vielen Stolpersteine am Anfang von Beziehungen sind nichts als ein sehr schmerzvolles Sturztraining. Und nüchtern betrachtet gibt es dabei nur zwei Optionen: ich tu es, lass mich fallen oder eben nicht, heißt ich ziehe mich zurück – ein unaufmerksamer Seilpartner kann einem das Leben kosten. Ein unaufmerksamer Lebenspartner Tränen und ein gebrochenes Herz. Doch das wächst wieder zusammen, das hab ich schon heraus gefunden. Leider!

Und mal abgesehen von diesen trüben Gedanken, hab ich zwei wunderbare Tage mit Fred am Peilstein verbracht. Wir sind viel geklettert und haben viel gelernt, haben eine Menge Leute aus Arthurs Kurs getroffen, uns im Wald verlaufen, eine spektakuläre Abseilaktion gestartet und über Gott, die Tschechen, fehlende Expressen und die Welt geredet.

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Strohwitwe

die liebe
Apr 14 2008

Argh! Der Countdown läuft! Nur mehr ein Tag und eine Nacht und dann bin ich Strohwitwe?. Seufz!

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Über das ?endlich wieder Zeit für?? kann ich mich noch nicht so recht freuen. Werd` wohl viel arbeiten, die Sachen für meine Vernissage (30. Mai, Graz!!) vorbereiten und meinen Freund, den Flakturm, besuchen??

Sonne, Flakturm und die Relativität von Angst

Sturzangst, klettern
Apr 12 2008
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Gestern schien die Sonne und da packte mich nach der Arbeit so ein unglaubliches Flakturmgefühl. So wie letzten Sommer, als ich meine ersten Schritte im Klettern machte und nach der Arbeit über den 6. Bezirk nach Hause gefahren bin, mich mit Doris am Turm getroffen habe und wir bis es dunkel wurde gebouldert und geklettert sind.

Ich radelte also die Schottenfeldgasse hoch, querte die Mariahilferstraße und fuhr die Schadekgasse runter. Da war er, “mein” Flakturm. Und mit Freude stellte ich fest, dass gerade die neuen Routen geschraubt werden (Montag ist Eröffnung, juhu!!!) . Es gibt einen tollen neuen Überhang und mitten zwischen den bunten Griffen hing Peter.

Mit ihm tratschte ich dann eine Zeit lang und – eh klar – wusste er schon Bescheid über mein neues Projekt. Dass ich einen Kurs für den ÖGV halte. Ich versuchte dann zu erklären, dass ich keinen Kurs halte, sondern lediglich begleite, als Psychologin. Schallendes Gelächter von der Wand. Mit Recht?

Nun, als ich anfing zu Klettern, hatte ich bei 2m Höhe schon Knieschlottern und Schweißausbrüche. Ich hatte schreckliche Höhenangst und dennoch bin ich jeden Tag hin, zu “meinem Turm”, und jeden Tag ging’s ein Stückerl weiter rauf. Mein damaliges Saisonziel war den Flakturm ganz hinauf zu kommen. Nach drei Monaten hatte ich es erreicht, früher als gehofft. Ich habe also dazu gelernt.

Für das Sturztrainingseminar überlege ich mir also die ganze Zeit, was ich antworten werden, wenn mich jemand fragt, ob mir Stürzen nichts ausmacht.

Die Wahrheit ist: Ich werde nie wie eine Kilian Fischhuber locker und entspannt aus einer 8c fallen (schon allein, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich jemals in einer 8c weiter als bis zum Zustieg komme, sehr gering ist). So weit so gut.

Also, was sage ich, um meine Glaubwürdigkeit als Psychologin nicht zu verlieren und wenn ich bei der Wahrheit bleiben möchte?

Auf einer höheren Ebene hat die Frage einen inhaltlichen Fehler. Es ist eine Frage nach einem statischen Zustand und einem Vergleich (mit was oder wem eigentlich?). Sie vernachlässigt den Prozess, die Entwicklung meiner Fähigkeiten.

Ein sehr guter Freund sagte mal zu mir, dass er als er mit dem Klettern begann, glaubte, wenn ihm jemand genau die Griffe und Tritte zeigte, dann würde er jede Route hinauf kommen. Dass das nicht stimmt, hat er schnell heraus gefunden. Klettern ist eine Entwicklung an Technik, Kraft und mentaler Stärke. Man beginnt klein und steigert sich.

Ich hab klein angefangen, mit großer Angst und null Kondition/Kraft. Es hat sich seit dem viel geändert. Angstfrei bin ich nicht. Das wäre auch nicht sinnvoll, denn es macht unvorsichtig. Aber gemessen an MEINEM Ausgangspunkt, dem Angstniveau vor 10 Monaten, bin ich die Ruhe in Person. Die Techniken, die ich unterrichten werden, nütze ich für mich und sie wirken.

Für das Seminar kann ich also mit tiefster Überzeugung versprechen, dass wir uns auf den Weg machen werden. Geschwindigkeit und Erfolg wird dann jeder einzelne über sein Training, seinen Ehrgeiz, seinen Willen und seine Motivation bestimmten….

Puzzle-Steine?

das leben und andere abenteuer, klettern, kunst
Apr 09 2008

Also bei mir tut sich wieder mal soo viel, dass ich kaum zum schreiben komme.

Zunächst einmal hab ich den viel versprechenden Angestelltenjob abgesagt. Passt nicht zu mir! Dann hab ich ein Angebot bekommen, das umso verlockender war. Ist zwar wieder nur ein kleines Projekt, passt aber hervorragend zu mir und meinen Zukunftsplänen, die da lauten, mehr mit gesunden Menschen zu arbeiten, im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und des Coachings. Zu diesem Zweck hab ich in den letzten Tagen ganz viel gelesen und einige sehr spannende Erkenntnisse errungen.

Aussendung farbe (Mai 2008).jpg mein kleines Projekt (hi,hi)

Zunächst einmal gibt es eine Keramikerin in England, die pro Jahr nur max. 18 Töpfe produziert. Diese sind wunderbar und perfekt und in ihrer Stückzahl sehr begrenzt. Dennoch ist sie eine begehrte Künstlerin. Dann las ich einen Artikel über einen anderen Keramiker, dessen Gefäße alle eine Gemeinsamkeit haben, nämlich ? dass sie zu nichts zu gebrauchen sind.? (Dazu fällt mir gleich wieder der Spruch von Theodor Adorno ein ?Alles was eine Funktion hat ist ersetzbar. Unersetzlich ist nur, was zu nichts taugt!?)

Als dritter Musenkuß hat mich ein Buch über Sportcoaching gefunden. Beeindruckend finde ich, wie Sportler zu ihren Spitzenleistungen kommen, indem sie IHR Potenzial entwickeln. Es geht nicht darum ?schneller als?? oder ?besser als?.? zu sein, sondern darum, im richtigen Moment die beste Leistung zu erbringen, das eigene Potenzial zu entfalten und weiter zu entwickeln.

Alle drei Artikel zusammen haben eine unglaublich entspannende Wirkung auf mich gehabt. Beim Klettern hab ich mich wieder auf das besonnen, weswegen ich begonnen habe, nämlich dem Spaß an der Bewegung. Auch wenn ich noch so gerne mit den Jungs mithalten möchte, den Vorsprung von 4 Jahren werde ich nicht einholen können. In der Kunst hab ich mich wieder ein Stückchen von den Bewertungen unserer Lehrer befreien können. Auch die Wettbewerbe, an denen ich teilnehmen möchte, haben mich unter Druck gesetzt. Irgendwie hab ich da jetzt auch ein bisserl mehr Abstand und die Kreativität fließt wieder. Und psychotherapeutisch beschreite ich neue Wege. Was aber auch heißt, dass ich grad viel ordne, aussortiere, bewerte und mich in einem guten Umbruch befinde. Alles wird ein Stück klarer und die Linien werden sichtbarer. Braucht aber noch Zeit…

Ah so und da war ja noch was….. ich bin echt ordentlich verknallt (hi,hi)

Manche Erkenntnisse tun weh!

das leben und andere abenteuer
Apr 02 2008

Ich bin Spezialistin dafür, mit meinem Allerwertesten auf mehreren Kirtagen gleichzeitig zu promenieren. Viele verschiedene Arbeitgeber, Hobbys, Freundeskreise? immer auf Nummer ?sicher?, nur ein Standbein zu haben, ist einer Überlebenskünstlerin wie mir höchst suspekt. (Die Frage, ob ich realistischerweise auch von ?nur? einem Standbein leben könnte, stell ich hier gleich mal gar nicht.)

Vor ein paar Tagen beim Boesner stand ich mit Erich vor dem Farbenregal. In der Hand hielt ich ein sehr sehr dunkles Blau (Coelin-Blau) und eine Tube Neon-Magenta. Erich behauptete es wären die selben Farben, die eine nur ein bisserl heller als die andere. Die Frage, welche Wahrnehmung stimmte, führte hier nicht weiter. Erich sah ? dank seiner Farbensehschwäche – wirklich zwei annähernd idente Farben. Ich konnte diese Ähnlichkeit nicht sehen. Ich sah zwei extrem unterschiedliche Farben. Wir beide hatte für uns genommen, ganz klare Wahrnehmungen zum selben Sachverhalt und wir hatten beide das Gefühl, dass die Wellenlängen, die unsere Netzhäute trafen, bei uns wahre Sinnenwahrnehmungen erzeugten?.

Wenn schon auf der einfachen Reiz-Reaktionsebene solch eine Vielfalt an Empfindungen und Wahrnehmungen entstehen können und das, obwohl wir beide physisch vor dem selben Reiz standen, wie ist das dann bei komplexen Prozessen?

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Offensichtlich sehe ich mein Leben unter einem bestimmten Licht und filtere ich Informationen so, dass ich immer zum selben Ergebnis komme. Habe ich also eine Lebenssehschwäche?

Ein Free-Solo war noch nie mein Traum, da ich den Absturz fürchte. Und schon in diesem kurzen Satz zeigt sich die ganze Miesere. Ich gehe unbewusst von einem Misserfolg aus! Peter Gasser, der selbst einige Free-Solos gemacht hat, hat mal gemeint, dass er in eine Free-Solo-Route nie eingestiegen wäre, wenn er geglaubt hätte, er würde stürzen. Viel mehr dachte er an das Gefühl des Kletterns, die Bewegungen, die Lust am Tun, den schönen Fels, die tolle Aussicht.

Die Erkenntnis heute war, dass ich zu sehr damit beschäftigt bin, Gefahren und Risiken zu erkennen und mir worst-case-scenarios auszumalen. Irgendwann ist mir offensichtlich und unbemerkt mein Optimismus abhanden gekommen?

Es wird Zeit grundlegend etwas an mir zu verändern???..