Archive for March, 2008

Quarterlife-Crisis

das leben und andere abenteuer, klettern
Mar 28 2008

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Zurzeit geht mir einiges durch den Kopf. Es scheint als würde ich von meiner Quarterlife-Crisis direkt in die Midlife-Crisis überwechseln. Die Wurzel des Übels habe ich bereits identifiziert. Ich habe die Eigenschaft, mir immer einen immensen Druck zu machen. Alles muss super sein, mindestens, und wenn ich dann schon mal so richtig g’scheit Druck hab, dann geht nichts mehr. Dann will ich nicht mehr, dann g’freut’s mich nicht mehr und überhaupt….

Die Freude an der Sache geht dabei verloren. Und was für meine Arbeit als Psychotherapeutin gilt (hier der Druck der existenziellen Sicherung) gilt genau so für die Kunst, wie das Klettern. Am leichtesten und besten lässt es sich am Klettern illustrieren.

Das Fallen ist so eine Sache. Sturztraining, die meine nicht…. Da gibt es den Kopf, der mir zweierlei Botschaften sendet. Die eine, es ist gefährlich, ich könnte mich anhauen, verletzten, einen Zahn ausschlagen (wirklich das denke ich, wenn ich 20 m über dem Boden hänge) oder einen Fuß verstauchen. Die andere ist, es ist notwendig, dass ich das kann… und eine ganz, ganz leise Stimme sagt, “Du bist eh schon drei Mal ins Seil gefallen, und nix is passiert!” Dann gibt es einen irrationalen, emotionalen Anteil, der sich am Griff festklammert und es schafft, in einer 6b 1,5 m auf Scheißgriffen abzuklettern, sich mit letzter Kraft in die benachbarte 6b zum nächsten Bohrhaken zu retten nur um nicht zu fallen. Der Kraftaufwand war gigantisch, ich danach völlig ko. Hätte viel Kraft gespart, wenn ich einfach los gelassen hätte und es ein zweites Mal mit anderen Griffen probiert hätte…..

Wie ist das nun, wenn man sich im “realen” Leben verrennt? Zurück gehen? Abklettern? Loslassen? Was ist, wenn frau mit 35,5 Jahren eigentlich draufkommt, dass eine Geschichte, eine berufliche Laufbahn zu Ende erzählt ist und sie eigentlich ganz etwas Neues ausprobieren möchte? Wieviel Mut braucht es, das alte Loszulassen, wenn die Vernunft gebietet, doch existenziell sicher unterwegs zu sein. Wieviel Mut oder auch Vertrauen braucht es, in die eigenen Kräfte und Potenziale, dass eh alles gut wird? Und wieviel Stärke ist notwendig, sich nicht verführen zu lassen, wieder in die alte Spur zu gehen, weil es bequem ist, weil es vertraut ist, weil man sich des Erfolgs sicher sein kann?

Ich hab mich diese Woche beworben. Es ist eine tolle Einrichtung, bietet ein interessantes Betätigungsfeld (bei leider mieser, aber dem Sozialbereich entsprechender Bezahlung), Krankenversicherung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Weiterbildungsmöglichkeiten,…. Die Einrichtung ist sehr an mir als Mitarbeiterin interessiert…. und ich? Ich merke, dass mich das Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld, die Sicherheit mehr interessiert als der Job. Da ist doch was faul?

Im Grunde ist es nicht das, was ich eigentlich will, ist es nicht meine Erfüllung dort zu arbeiten. Es wäre nur einfacher…..

Und wieder sagt die Piepstimmer in mir, lass es los! Gegen den Chor der Vernunft, nur leise wahrnehmbar….

Ich erinnere mich an einen Film aus meiner Kindheit. In dem spielte ein Junge, der immer nur gehänselt wurde, die Hauptrolle. Er sagte zu seinem Großvater, er wäre gerne Supermann, denn der habe unendlich viel Mut. Der Großvater antwortete darauf, wer unverwundbar ist, braucht keinen Mut.

Nun ich brauche allen Mut der Welt! Denn ich möchte ein Atelier aufmachen, ich möchte Kunst-Handwerk produzieren und ich möchte das alles, obwohl ich kreativ im Moment eine Krise habe, nicht inspiriert bin sondern eher erschöpft und immense Zweifel habe, ob ich mich in diesem sehr engen Segment, behaupten werde können….

Capitan Spremuta

klettern
Mar 25 2008

Im März in Finale Ligure klettern ist etwas für Eisbären und Capitan Spremuta. So unglaublich schön die Landschaft war, so arschkalt war es ? zeitweise zumindest.

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Und es war unglaublich viel los, der Geheimtipp ? Oltrefinale ? war keiner mehr. Horden extrem ehrgeizigen, straff organisierte Deutscher grasten rudelweise, wie die Heuschrecken die Felswände ab und wurden zeitweise ganz nervös, wenn ich eine Route blockierte, weil ich sie erst auschecken musste. Sie kamen mit hoher Stimme, Sack und Pack, Kind und Kegel, lagerten unter den Felswänden und verbreiteten puren Stress.

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Umso gemütlicher gestaltete sich dann das Klettern in Finale selbst. Am Rocca di Corno schien nicht nur die Sonne, sondern waren auch die chilligeren Kletterer unterwegs ? aus Tirol, der Schweiz, Italien und Tschechien. Einfach fein. Ich probierte mich an der MUG ? je nach Führer im Schwierigkeitsgrad 6a+ oder 6b, einer teilweise überhängenden, sehr henkeligen Route. Leider waren am letzten Tag meine Kräfte ziemlich parterre, so dass ich sie nicht punkten konnte.

Besonders angetan hat?s mir auch der Terminal in Castelbianco/Oltrefinale. Dort gab es zwei 6b, die einfach unglaublich schön waren. Abwechslungsreich, mit vielen Leisten, Schuppen, kleinen Bäuchen und Platten.

Die Jungs waren super Reisebegleiter. Safti alias Capitan Spremuta, Erich und Martin ? den ich eigentlich immer schon hätte kennen können, denn er wohnte im Nachbarhaus, als ich ein Kind war, studierte das selbe wie ich und seine Frau hat ihre Praxis vis-a-vie meiner Wohnung. Nun ja, 35 Jahre später hat?s dann endlich geklappt.

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Was nicht funktioniert hat, war meine Leidenschaft für Sinterkletterei zu entflammen. Ehrlich, diese Dinger sind mir unheimlich und ich hab viel zu viel Angst um mich richtig darauf hin zu stellen? (Erich und Safti fand sie dafür um so toller.)

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Klettermäßig bin ich daher von mir ein bisserl enttäuscht. Ich hätte mich gerne mehr getraut, war aber irgendwie nicht ganz so in meiner Mitte und daher im Kopf nicht so frei? und ängstlich war ich ja immer schon. Irgendwie steck ich grad so zwischen 5c und 6a im Vorstieg und merk einfach im Moment keinen Fortschritt. (Geduld ist leider meine Sache nicht..)

Nichts desto trotz freu ich mich schon auf Mai, denn da geht?s nach Arco an den Gardasee?..

Frau Försters und ich teilen uns einen Satz

kunst
Mar 13 2008

Heute lag das Keramik Magazin in meinem Postfach. Es ist eine der wenigen deutschen Fachzeitschriften zum Thema Keramik. Als ich so bilderschauend durchblätterte entdeckte ich einen Artikel über die Keramikbiennale in Kapfenberg. Und da stand doch auf Seite 51:

“Reizvolle Grenzüberschreitungen von Raum in die Zeit wie bei Petra Försters (D) sprechender Büste oder wie in Nina Petriks (A) keramischer Skizzierung einer filmischen Sequenz (…) geben Gelegenheit, keramisches Arbeiten in seiner unglaublichen Vielfalt zu erfahren.”

…und soll ich Euch was sagen, ich bin mächtig stolz, namentlich erwährt worden zu sein und hoch motiviert (endlich wieder!) neue Sequenzen zu schaffen.

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PS: Frau A und Frau B reden wieder miteinander

Die Quadratur des Kreises

das leben und andere abenteuer
Mar 11 2008

Heute ist ein harter Tag für mich, voll gestopft mit Terminen. Am meisten beschäftigt mich die Mediation am Nachmittag. Frau A redet nicht mehr mit Frau B., seit einem Jahr nicht mehr. Frau A behauptet, sie hätte keinen Konflikt mit Frau B, sie will nur nicht mehr mit ihr reden, sitzt aber neben ihr im Büro und teilt sich mit ihr die Arbeit. Das Team und der Chef sind genervt und wollen wieder die glückliche, harmonische Familie werden, die sie einst waren, bevor Frau A sagte, sie wolle vielleicht einmal Teilzeit arbeiten und Frau B auf Teilzeit ging. Da machte es sich eine gemütlich und sah nicht, dass die vage Ankündigung und noble Zurückhaltung eigentlich schon ein Schrei nach Hilfe war. Ihr werdet schon sehen, wenn ich zusammenbreche!!!

Du zuerst! Einer geht schon noch! Ist eh schon wurscht, mach ich auch noch! Das sind Phrasen, die ich selbst nur zu gut kenne. Und ganz langsam und zuerst unmerklich, dann deutlich spürbar, aber zu spät, brenne ich aus. Vielleicht steh ich deshalb zum ersten Mal an, bei einer Mediation, und werde unglaublich wütend, auf mich, auf Frau A. und auf falsche Bescheidenheit, und auf die Angst vor dem Kämpfen, dem Konflikt, den Konsequenzen. Irgendwie kotzen mich Selbstlosigkeit und Opferbringen an! Und die Ironie an der Sache: Es ist eh schon wurscht, ich geh trotzdem hin, werde den Konflikt schlichten, werde hundemüde sein, weil ich meinen Ärger runterschlucken muss, weil die zwei ja nichts dafür können, dass ich mir zurzeit ein ?Nein? nicht leisten kann?.

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Narrenkastl

das leben und andere abenteuer
Mar 06 2008

Zurzeit ist meine Lieblingsbeschäftigung ins Narrenkastl schauen. Dort seh ich allerlei Dinge, schöne Projekte, Urlaub und vor allem mein Jahresmotto verwirklicht: mehr Spaß und Spiel.

Es gäb so viel zu tun, meine Wohnung gehört renoviert, ich brauch eine Idee für meine Semesterarbeit, sollt 600 Protokolle schreiben, daneben Geld verdienen? aber ich scheitere schon an den einfachen Dingen. Staubsaugen zum Beispiel?

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Diese profanen Dinge haben in meinem Narrenkastl einfach keinen Platz, dort lauf ich über Blumenwiesen, klettere auf tollem Fels und die Sonne scheint, immer!

Bauchschuss, Zwischenbauch und der Traum ewiger Finsternis

klettern
Mar 03 2008

Vorletztes Wochenende war ich das erste Mal in den Adlitzgräben. Schon die Anreise ist ein Erlebnis. In der Nähe von Gloggnitz, geht?s durch eine Schlucht den Berg rauf und dann? tollster Felsen.

Mit von der Partie: Erich, Martin, Fred, Richard, Matthias, Wolfgang und ich.


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Die Fotos machen mich allerdings ein bisserl nachdenklich. Ich schau fertig aus.

Tatsache ist, dass ich ziemlich müde bin. Meine Strategie ? in den Uniferien mehr zu arbeiten, weil ich ja Zeit habe ? ist doch etwas fragwürdig. Jetzt, da die Uni wieder los geht, fehlt mir die Kraft und die Ideen, ich fühl mich leer und ausgepumpt.

Es wird Zeit, dass ich etwas grundlegend anders mache und ich werde die letzten Tage Ferien dazu nützen, nachzudenken, was ich verändern könnte und vor allem, warum es mir so schwer fällt, aus dem Kartenhaus, das ich mir die letzten Jahre zusammen gezimmert habe, auszuziehen. (Nur weil das Werkel jetzt noch hält? heißt es nicht, dass es gut ist und ich brauch auch immer mehr Kraft und Aufwand, dass es stehen bleibt)

So oder so wird sich etwas ändern?..