Ich kann nicht sagen, dass ich mich besonders auf die Klasse freue. Letztes Semester war ich viel bei den Grafikern. Das war fein, auch die Computerkurse haben etwas gebracht. Beim Gedanken an unsere Keramikklasse dreht es mir allerdings ein bisserl den Magen um und stellen sich alle Haare auf.
Zeit, darüber mal nachzudenken?.
Also ich hab auf meine Semesterarbeit ein ?Befriedigend? bekommen. Das ist ja an und für sich keine schlechte Note, wenn man aber weiß, dass es eigentlich noch nie eine schlechtere gegeben hat, dann frag ich mich schon warum?.
Natürlich die naheliegendste Antwort ist, ich war zuwenig im Atelier für Keramik (weil eben künstlerisch mehr im Zweidimensionalen unterwegs, neue Inspiration in einem Nachbarfach suchend). Das würde dann bedeuten, dass ich für meine Anwesen- bzw eigentlich für meine Abwesenheit einen Dreier bekommen habe. Ich war also befriedigend abwesend.
Das ich das jetzt nicht persönlich nehme, liegt daran, dass mich zurzeit ein ganz anderer Aspekt der Note interessiert, nämlich der der Machtausübung.
Noten implizieren ja immer ein Oben und ein Unten, eine Bewertung und somit ein Machtgefälle, und das umso mehr, je weniger objektive Kriterien für die Benotung herangezogen werden können.
In der Klasse wurde ich bis jetzt mit großer Polemik bezüglich der Notengebung konfrontiert (Es klingelt immer noch der wortgewaltige Ausspruch eines gewissen ?Gips-Kobolds? in meinen Ohren, der lange und lautstark erklärt, warum er Noten nicht mag, gleichzeitig aber keine Scheu hat, mich mit einer schlechten Note zu bedrohen und zu bedenken, weil ich abwesend war und in diesem Sinne mich nicht von seinen Provokationen beeindrucken ließ). Bei dieser Massenproduktion an ?double-binds? ist es schwer motiviert zu bleiben. Im Endeffekt geht es bei den ganzen Debatten aber niemals um Kunst oder um Ausbildung, sondern es werden die Machtverhältnisse verhandelt.
Mein Betrag zum Machtdiskurs ist sicher der, dass ich die dort versammelten Autoritäten nicht anerkenne und mit meiner Skepsis sicher ebenfalls provoziere. Ich finde die Art, wie mit uns Künstlern und unseren Produkten umgegangen wird, einfach nicht in Ordnung. Mein Resümee ist, dass ich wohl auch in Zukunft befriedigend abwesend sein werde und in dieser Zeit, einfach mein Ding durchziehe.








