Archive for the ‘Sturzangst’ Category

Standfestigkeit und Bodenhaftung

Sturzangst, klettern
May 11 2009

schluck

Die Outdoor-Saison hat jetzt endgültig begonnen. Günther und ich sind fleißig dabei, Sturz- und Vorstiegstrainings zu halten und es ist wieder mal Zeit für mich, eine klettermäßige Bestandsaufnahme zu machen. Der Workshop – diesmal unser erster Outdoor-Workshop – war ein Erfolg. Natürlich weiß man nachher immer noch, was man da und dort verbessern hätte können, aber im Großen und Ganzen haben alle TeilnehmerInnen ein Stückchen mehr Freiheit gewonnen. Freiheit vor der Angst sich zu verletzten oder den anderen falsch zu sichern. Da kann man schon mal schwerer und besser klettern, wenn die Gedanken eben nur mehr beim Klettern sind und nicht bei den Sorgen….

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Angst, Angst, Angst…

Sturzangst, klettern
Feb 26 2009

angst

Was ist das nur?
Seit 1,5 Jahren klettere ich und seit 1,5 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Angst, weil es unausweichlich ist, wenn man auch mal höher als 2m, schwerer als eine III+ und nicht nur toprope klettern will. Sagen wir es mal so: Das Klettern hat meinen Fokus auf das Thema Angst gelenkt. Angst hatte ich natürlich schon vorher vor diesem und jenem. Aber bleiben wir mal beim Klettern.

Heute in der Halle traf ich eine Frau, die Angst vor dem Vorstieg hatte (das kenn ich ja wieder üüüüüberhaupt nicht…pffff) Also die Strategie, die sie gewählt hat, war die, sich diesen Situationen der großen Angst zu stellen. Sie versuchte Vorstiegsstürze, traute sich aber letztendlich doch nicht. Also, die Frage, wie kiegt man  sie los, diese Angst.

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Reine Nervensache

Sturzangst, klettern
Dec 15 2008

Ich weiß nicht, zurzeit gehen mir viele Dinge durch den Kopf und mir ist gar nicht so nach lustig und Weihnachtszeit zu mute.

Ich bin ziemlich ausgebrannt und frustriert, weil alle meine Projekte so langsam voran gehen. Die Uni, die Therapieausbildung, meine Suche nach einem neuen Betätigungsfeld…

Mit Erich hab ich letztens ausgerechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich zu den 0,01% KünstlerInnen zähle, die berühmt und reich werden, immer noch höher ist, als die Wahrscheinlichkeit einen Lottosechser mit nennenswertem Gewinn zu machen. Das heißt es liegt an mir, die Kohle heran zu schaffen… das ist blöd!

Dass es nicht hell werden will, schafft mich ebenfalls. Das Gute daran ist, dass ich jetzt weiß, dass Länder wie Schweden, Finnland, Norwegen als Ziel für Artist in Residency-Programme nicht in Frage kommen. Da dreh ich durch, ohne Sonnenlicht… Da es am Äquator aber auch schnell dunkel wird, bleibt mir nur das Pendeln zwischen down under und Österreich im Sommer.. ist je eh schön hier (vorausgesetzt das Thermometer klettert über die 20 Grad Grenze).

Dafür hatte ich wieder mal eine super Erkenntnis beim Klettern:

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Bohrhaken-Blues

Sturzangst, klettern
May 20 2008

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Also Peter hat einen Artikel geschrieben auf bergsteigen.at. Er stellt sich darin die berechtigte Frage, warum man in einer VIII- einen zusätzlichen Haken bohrt, damit sie “sicherer” wird. Argumente dafür und dagegen gibt es viele. Sicherheit ist schon gut und das ist wahrscheinlich das Argument, dem am schwersten zu kontern ist. Dass dadurch die Route verändert wird, sie nicht mehr so ist, wie sie der Erstbegeher gedacht hat, sie das “geistige Eigentum” des Erstbegehers devastiert, ist nur ein Aspekt der ganzen Debatte. Um im 8. Grad klettern zu können, muss man schon viel Zeit, Energie und Motivation aufbringen. Muss man das wirklich noch? Oder gibt es bereits Abkürzungen? Z.B. durch die Eliminierung der Vorstiegsangst durch Übersichern einer Route.

Weltcup Abfahrtsläufe machen eam a bisserl müd
Weu er is abgebrüht
Wenn eam dabei irgendwas erregt
Dann nur, wenn’s einen ordentlich zerlegt
Ein Sturz bei 120 km/h
Entlockt ihm ein erfreutes “Hoppala”

(Reinhard Fendrich, Es lebe der Sport)

Mittlerweile kann man ja alles im Computer simulieren. Angeschlossen an Sensoren, ausgestattet mit Lenkrädern, Schaltknüppel etc. kann man ohne Probleme ein Autorennen simulieren. Die visuelle Darstellung ist mittlerweile fast 100% naturgetreu. Das tatsächliche Verletzungsrisiko ist gleich Null (außer man zwickt sich beim Einschalten des Computers beim CD-ROM-Laufwerk ein).

Warum finden Liveübertragungen von virtuellen Autorennen keine so große Anhängerschaft? Würden doch die bösen Crashs und toten Autorennfahrer ein für alle Mal eliminiert werden?

Weil Sport eben nicht nur Bewegung, Technik und Kraft ist, sondern auch eine starke psychische Komponente besitzt. Risikobereitschaft gehört dazu, der Umgang mit Angst, mit den eigenen physischen und psychischen Grenzen. Eine Route wird als “moralisch” eingestuft, wenn die Sicherungsabstände und die Ausgesetztheit vom Kletterer/von der Kletterin besondere psychische Kraft verlangen. Auch die ist trainierbar.

Sich beim Klettern auf die psychische Ebene einzulassen, ist wohl dem einen oder anderem suspekt. Weil sie eben nicht so eingegrenzt ist, wie ein spezielle Muskelgruppe, die ich am Campusboard trainieren kann. Angst ist ein roter Faden, der sich durch die gesamte Existenz zieht und Blockaden zu lösen heißt sich der Angst als Gesamtes zu stellen. Dass da lieber einer mal einen zusätzlichen Bohrhaken setzt.. naja, ich kann?s verstehen. Der Dämon bleibt unterm Bett und der Tag ist gerettet, bis zum nächsten Mal?.

Im Propeller

Sturzangst, die liebe, klettern
May 05 2008

Heute saß ich mit Didi und seinem Freund/Kollegen im Propeller (in Graz) und philosophierte bei Boeuf Stroganoff, Kroketten und Café über den kleinen Unterschied.

turn-him-on.gif

Didi meinte, Männer seien grundsätzlich sehr einfach gestrickt, so einfach, dass die Gebrauchsanleitung auf der Rückseite eines Kartons Platz hätte. Nur wir Frauen wüssten nicht, damit umzugehen. Wir reißen sie auf, werfen die Verpackung weg und dann stehen wir vor Rätsel?

Ich glaub, darüber muss ich noch mal nachdenken ;o)

Sonst, ja sonst läuft alles prima. Morgen ist ein Stresstag, den ich hoffentlich entspannt am Flakturm oder in der Edelweiss ausklingen lassen kann? mal sehen.

Das Seminar ?Sich fallen lassen können “Umgang mit Vorstiegs und Sturzangst” war fein. Ich hab -dank Günther – nicht nur viel über Sicherheit gelernt, sondern auch Ansatzpunkte für Verbesserungen des psychologischen Beitrags gefunden?

Bei meiner eigenen Sturzangst hatte ich auch mein Aha-Erlebnis. Von Natur aus ungeduldig, muss ich lernen, die kleinen Fortschritte zu feiern.. Immerhin hab ich keine Angst mehr im Nachstieg bzw. toprope zu stürzen. Für den Vorstieg.. da brauch ich noch ein bissal…

Beziehungsmäßig ist das ja auch so – ausprobieren, testen, ob’s hält, vertrauen, ausprobieren, testen, ein bisserl mehr vertrauen…. Hängt ja alles irgendwie z’samm!

Sturztraining – Gedanken Teil III

Sturzangst, klettern
Apr 26 2008

sturz.gif

Sitze gerade vor meinem PC und überlege, wie ich meinen Vortrag kürzen kann. In 20 Minuten Menschen zu erklären, wie sie ihre Angst kontrollieren können, scheint mir sehr ehrgeizig. Nebenbei höre ich von der Thievery Corporation “the richest man in babylon”. Inspiriert von der orientalischen Musik hab ich ein bisschen bei Nossrat Peseschkian geblättert – die, die mich kennen, wissen um meine Leidenschaft für Märchen, Fabeln, Sagen und Sprichwörter. Gefunden hab ich im “Geheimnis des Samenkorns” eine sehr schöne Geschichte:

Ein König träumte, dass ihm nach und nach alle Zähne ausfallen werden. Besorgt ruft er den Traumdeuter. Dieser macht sogleich ein sorgenvolles Gesicht und eröffnet dem König: “Ich muss dir eine traurige Mitteilung machen. Du wirst – genau wie deine Zähne – einen Angehörigen nach dem anderen verlieren.” Diese Deutung ärgerte den König dermaßen, dass er den Traumdeuter in das finsterste Verließ des Hofes sperren ließ. Sodann rief er einen anderen Traumdeuter herbei. Dieser hörte sich ebenfalls den Traum des Königs an und meinte danach: “König, ich muss dir eine frohe Botschaft überbringen! Du wirst älter als alle deine Angehörigen. Du wirst sie alle überleben.” Der König war hoch erfreut über diese Deutung und belohnte den Traumdeuter reichlich.
Die Höflinge wunderten sich gar, warum der eine ins Verließ geworfen und der andere mit Reichtum belohnt wurde. Sie fragten ihn “Du hast doch eigentlich nichts anderes gesagt, wie der erste Traumdeuter. Wieso traf den einen eine so harte Strafe und du wurdest belohnt?” Der Traumdeuter antwortete: “Wir haben beide den Traum ähnlich gedeutet. Aber es kommt im Leben nicht nur darauf an, was man sagt, sondern auch wie!”

Conclusio: Der Dialog, den ich mit mir selbst führe, während ich klettere, entscheidet über den Erfolg. “Bloß nicht stürzen!” würde der erste Traumdeuter sagen. “Du schaffst es! Jeder dritte Griff ist gut” der andere. (ist übrigens mein Klettermantra: “Mindestens jeder 3. Griff ist gut?” Passt für den Schwierigkeitsgrad in dem ich klettere.

Sturztraining – Gedanken Teil II

Sturzangst, klettern
Apr 20 2008

Klettern ist für mich ja so etwas wie eine Lebensschule. Und während ich mich heute am Peilstein in einer miserablen V+ im Vorstieg herum quälte, kamen mir halt auch Gedanken, Parallelen zum Leben außerhalb von steilen Felswänden und Überhängen.

Heute z.B. hab ich über Beziehungsanfänge und -enden nachgedacht. Wie ist denn das, wenn eine neue Beziehung/Seilschaft zustande kommt, passiert, arrangiert, sich findet? Aufmerksamkeit ist wohl ein Messpunkt. Mit der Aufmerksamkeit beim Kletterpartner zu sein ist essentiell, sonst wird es ein kurzes Intermezzo.

Und wenn es wirklich eng wird, wenn man weiß, jetzt geht’s nicht mehr weiter? Lass ich mich fallen? Kann ich darauf vertrauen, dass der/die unten auf mich aufpasst? Für mich da ist?

Die vielen Stolpersteine am Anfang von Beziehungen sind nichts als ein sehr schmerzvolles Sturztraining. Und nüchtern betrachtet gibt es dabei nur zwei Optionen: ich tu es, lass mich fallen oder eben nicht, heißt ich ziehe mich zurück – ein unaufmerksamer Seilpartner kann einem das Leben kosten. Ein unaufmerksamer Lebenspartner Tränen und ein gebrochenes Herz. Doch das wächst wieder zusammen, das hab ich schon heraus gefunden. Leider!

Und mal abgesehen von diesen trüben Gedanken, hab ich zwei wunderbare Tage mit Fred am Peilstein verbracht. Wir sind viel geklettert und haben viel gelernt, haben eine Menge Leute aus Arthurs Kurs getroffen, uns im Wald verlaufen, eine spektakuläre Abseilaktion gestartet und über Gott, die Tschechen, fehlende Expressen und die Welt geredet.

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Sonne, Flakturm und die Relativität von Angst

Sturzangst, klettern
Apr 12 2008
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Gestern schien die Sonne und da packte mich nach der Arbeit so ein unglaubliches Flakturmgefühl. So wie letzten Sommer, als ich meine ersten Schritte im Klettern machte und nach der Arbeit über den 6. Bezirk nach Hause gefahren bin, mich mit Doris am Turm getroffen habe und wir bis es dunkel wurde gebouldert und geklettert sind.

Ich radelte also die Schottenfeldgasse hoch, querte die Mariahilferstraße und fuhr die Schadekgasse runter. Da war er, “mein” Flakturm. Und mit Freude stellte ich fest, dass gerade die neuen Routen geschraubt werden (Montag ist Eröffnung, juhu!!!) . Es gibt einen tollen neuen Überhang und mitten zwischen den bunten Griffen hing Peter.

Mit ihm tratschte ich dann eine Zeit lang und – eh klar – wusste er schon Bescheid über mein neues Projekt. Dass ich einen Kurs für den ÖGV halte. Ich versuchte dann zu erklären, dass ich keinen Kurs halte, sondern lediglich begleite, als Psychologin. Schallendes Gelächter von der Wand. Mit Recht?

Nun, als ich anfing zu Klettern, hatte ich bei 2m Höhe schon Knieschlottern und Schweißausbrüche. Ich hatte schreckliche Höhenangst und dennoch bin ich jeden Tag hin, zu “meinem Turm”, und jeden Tag ging’s ein Stückerl weiter rauf. Mein damaliges Saisonziel war den Flakturm ganz hinauf zu kommen. Nach drei Monaten hatte ich es erreicht, früher als gehofft. Ich habe also dazu gelernt.

Für das Sturztrainingseminar überlege ich mir also die ganze Zeit, was ich antworten werden, wenn mich jemand fragt, ob mir Stürzen nichts ausmacht.

Die Wahrheit ist: Ich werde nie wie eine Kilian Fischhuber locker und entspannt aus einer 8c fallen (schon allein, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich jemals in einer 8c weiter als bis zum Zustieg komme, sehr gering ist). So weit so gut.

Also, was sage ich, um meine Glaubwürdigkeit als Psychologin nicht zu verlieren und wenn ich bei der Wahrheit bleiben möchte?

Auf einer höheren Ebene hat die Frage einen inhaltlichen Fehler. Es ist eine Frage nach einem statischen Zustand und einem Vergleich (mit was oder wem eigentlich?). Sie vernachlässigt den Prozess, die Entwicklung meiner Fähigkeiten.

Ein sehr guter Freund sagte mal zu mir, dass er als er mit dem Klettern begann, glaubte, wenn ihm jemand genau die Griffe und Tritte zeigte, dann würde er jede Route hinauf kommen. Dass das nicht stimmt, hat er schnell heraus gefunden. Klettern ist eine Entwicklung an Technik, Kraft und mentaler Stärke. Man beginnt klein und steigert sich.

Ich hab klein angefangen, mit großer Angst und null Kondition/Kraft. Es hat sich seit dem viel geändert. Angstfrei bin ich nicht. Das wäre auch nicht sinnvoll, denn es macht unvorsichtig. Aber gemessen an MEINEM Ausgangspunkt, dem Angstniveau vor 10 Monaten, bin ich die Ruhe in Person. Die Techniken, die ich unterrichten werden, nütze ich für mich und sie wirken.

Für das Seminar kann ich also mit tiefster Überzeugung versprechen, dass wir uns auf den Weg machen werden. Geschwindigkeit und Erfolg wird dann jeder einzelne über sein Training, seinen Ehrgeiz, seinen Willen und seine Motivation bestimmten….