Ich fang schon wieder an mit dem Denken! Und bin dabei auf zwei Sachen drauf gekommen. Die eine ist, dass desto schwerer ich klettere, desto mehr Gewicht – metaphorisch gesehen natürlich – bekommt der Kopf. Das halbleere Glas gibt es natürlich auch an der Wand. Sind es “Oh-mein-Gott-ich-kann-den-Griff-maximal-5-Sekunden-halten”- Gedanken oder sind es “Ich-hab-5-Sekunden-Zeit-um-zum-nächsten-Griff-zu-kommen”-Gedanken…. ja, ja, dreimal dürft ihr raten. Read the rest of this entry »
Archive for the ‘klettern’ Category

Arco 2008: in einem Anflug von Größenwahn dachte ich, ich brauche super vorgespannte, extreme Kletterschuhe. Und weil so richig eng gleich richtig gut ist, hab ich sie mir in Größe 38 gekauft (Merke: normalerweise trägt Frau Größe 41!!!!) Also zwicken tun Kletterschuhe ja immer ein bisserl, sind halt wie Ballettschuh, nur nicht so weiß, so weich und so klassisch neutral. Die Madrocks, die ich mir gekauft hab, heißen bezeichnender Weise “SUPERLOCO”. Ob die damit jene Käufer meinen, die sich diese Schuhe in viel zu kleinen Größen kaufen? Mich meinten sie bestimmt, weil diese Mistdinger nicht nur unerträglich weh taten, sondern auch nicht und nicht größer werden wollten.
Wiedermal eine Klettererkenntnis… Zurzeit kletter ich wieder mehr mit Peter. Er gibt mir gute Tipps und manchmal sagt er so Sätze, da dauerst ein bisserl bis die wirken und einen Bezug zu meinem Leben bekommen.
So letztens in der großen Halle. Peter kletterte eine ziemlich verkniffelte 8-/8-Route mit einem bösen Schlussdynamo. Nach dem Klettern der Route wird wie immer fachmännisch nachgedacht, in der Luft Züge simuliert und beratschlagt, ob und wie man das gemacht hat, machen hätte oder doch lieber nicht machen hätte sollen. Eine schwierige Stelle und Peter meinte: Da zeigt es sich wiedermal, dass es besser ist, im Zweifelsfall weiter zu klettern. Einfach rauf!” Ich hab mir nur innerlich gedacht. “ja, ja, eh klar, red nur!” Ich gehöre nämlich zu denen, die lieber runter klettern als rauf, wenn es wirklich schwierig wird, und ganz schnell “zug!” schreien, wenn’s eng wird.
Lieber im Seil sitzend nachdenkend als die Chance auf einen Sturz riskieren.

Heut muss ich über ein Aha-Erlebnis meinerseits berichten, das mich sehr beschäftigt, nämlich wie sehr wir doch unsere Wirklichkeit durch das gestalten, was wir uns halt so denken. Das Erlebnis: Klettern in der großen Halle. Gestärkt durch die Erfolge in “meiner” grauen 8- am Flakturm probierte ich mich in einem pinken 8er. Da kam er, der von mir am meisten gefürchtetste Griff, ein Aufleger ohne Rillen und Kanten, nichts, wo man seine Fingernägel reintreiben, die Fingerkuppen reinquetschen konnte. Mist! Ich wollte den Zug aber machen, unbedingt, um mir zu beweisen, dass doch was weiter gegangen ist, ungeachtet der Tatsache, dass meine Performance im Zillertal einfach ein klettertechnisches Fiasko war. Also was tun?
Während ich ein Letscho nach Evi’s Rezept löffle (hab nur die Fisolen aus dem Rezept eliminiert, weil – falls es je so etwas wie “Unkraut” gäbe, dann wären Fisolen sicher die ersten, die man ausreißen sollte) mach ich mir so meine Gedanken. Die Besteigung meines ersten 3000ers hat mich sehr beeindruckt, zudem lese ich gerade ein Buch über die Philosophie der Shaolin und laboriere an einer gewissen, aber nicht (mehr) beunruhigenden Orientierungslosigkeit, die von meiner Zerrissenheit zwischen Kunst und Broterwerb herrührt.
Ich bin ja Konzentrative Bewegungstherapeutin. Bewegung – naja da kann sich jeder etwas mehr oder weniger lustiges vorstellen. Aber das “Konzentrativ” – ja bitte was ist denn das?
Schwer zu erklären, ungefähr so schwer wie Hypnose, die ja ein sehr ähnliches Phänomen ist. Konzentrativ heißt, dass man sich einer wichtigen Sache konzentriert widmet unter Ausschaltung all der Nebengedanken, die so im Oberstüchen herum lärmen. Ich erlebe das manchmal beim Sportklettern, sehr oft beim Berggehen (mit oder ohne Klettersteig). Und während ich diesen Sommer auf die Tofana rauf bin, kam mir der Gedanke, dass – hier auf diesem schmalen Grad – jeder Schritt Bedeutung hat. Es geht um etwas, nämlich mein Leben. Eine Unachtsamkeit kann bedeuten, dass ich mehrere hundert Meter abstürze. Was ich jetzt nicht will, ist, dass konzentriert heißt, sich permanent mit dem Absturz zu beschäftigen. Es geht darum, Achtsam durchs Leben zu gehen und sich nicht ablenken zu lassen. Seine Schritte wohldurchdacht setzen, einen nach dem anderen.
Nach ein paar Tagen im Val sind wir weiter nach Cortina D’Ampezzo. Dort übernachteten wir auf einem Pass um gleich in der Früh zur Tofana aufzubrechen. Ma ist das dort schön.
In Arco war Aberkauf!!In Arco war Aberkauf!!In Arco war Aberkauf!! Madrock Con-flict um 39.90,-!!! und Rockpillar um 29.90,- Erich fuhr mit 12 Paar und ich mit 6 Paar (hab halt eine 0815-Schuhgröße und die meisten Dinge waren ausverkauft) nach Hause. Wir übernachteten wieder ein paar Nächte bei Stefano (schon allein der Körperpflegewillen… weil im Bus und bei den kalten Gebirgsbächen… da spart man sich schon das eine oder andere Mal waschen)
zillertal at it’s best
Nachdem wir letztes Jahr so einen tollen Tag im Zillertal verbracht hatten, beschlossen Erich und ich nicht zuletzt weil noch zwei andere Freunde in Tirol urlaubten, eine Zeit im Zillertal und im Ötztal zu verbringen. Also Bus gepackt und losgefahren.. natürlich nicht um 17 Uhr wie geplant, sondern irgenwann gegen 19 Uhr.

Oft dauert es eine Weile, bis man Eindrücke verarbeitet hat und sich deren Bedeutung bewusst wird. Vor mittlerweile vier Wochen war ich mit Erich und Tatjana am großen Priel. Der Weg zum Gipfel führte uns durch einen sehr schweren Klettersteig. Um 5 Uhr in der Früh brachen wir vom Prielschutzhaus auf. Durch ein Latschenwäldchen durch über Schneefelder und vom Schnee und Eis zu Rinnen geschliffenen Fels.
Letzten Samstag bin ich aufgewacht und hatte Lust aufs Vorsteigen. Ich fühlte mich recht gut ausgeschlafen und war gut drauf. In der Halle (es regnete leider den ganzen Tag) probierte ich mich dann in einer VI-. Zweimal musste ich mich ins Seil setzen. Das ärgerte mich schon ziemlich, weil ich die Route schon mehrere Male gegangen bin. Im Nachhinein denke ich mir, ich war einfach mal wieder viel zu schnell unterwegs. Unaufgewärmt und überheblich. Ich dachte mir, die bin ich eh schon so oft gegangen, die geht sicher schnell. Dass mir dann bei den entscheidenden Zügen ein bisserl der Strom gefehlt hat, war die Strafe. Und eigentlich ist schnell ja nicht immer gut, eigentlich sollte man immer langsam, konzentriert und sauber steigen…
Danach hab ich mich in einer VI+ probiert. Unten sah sie recht nett aus, aber schon nach dem vierten Haken zeigte sie mir ihr wahres “Elch-Gesicht”. (Anmerkung: Elch ist ein 1,9m großer Routenschrauber, der kein Erbarmen mit kleinere Menschen hat). Ich gab auf, weil ich mich die weiteren Züge nicht traute.
Erich hing sie mir dann ein und ich stieg sie nach. Die Züge waren nicht ohne. Mit den Erfahrungen aus dem “sicheren Modus” in der Tasche, bin ich sie vorgestiegen. Vor der Crux musste ich zwar Pause machen, aber letztendlich hab ich’s durchgezogen.










