Während ich ein Letscho nach Evi’s Rezept löffle (hab nur die Fisolen aus dem Rezept eliminiert, weil – falls es je so etwas wie “Unkraut” gäbe, dann wären Fisolen sicher die ersten, die man ausreißen sollte) mach ich mir so meine Gedanken. Die Besteigung meines ersten 3000ers hat mich sehr beeindruckt, zudem lese ich gerade ein Buch über die Philosophie der Shaolin und laboriere an einer gewissen, aber nicht (mehr) beunruhigenden Orientierungslosigkeit, die von meiner Zerrissenheit zwischen Kunst und Broterwerb herrührt.
Ich bin ja Konzentrative Bewegungstherapeutin. Bewegung – naja da kann sich jeder etwas mehr oder weniger lustiges vorstellen. Aber das “Konzentrativ” – ja bitte was ist denn das?
Schwer zu erklären, ungefähr so schwer wie Hypnose, die ja ein sehr ähnliches Phänomen ist. Konzentrativ heißt, dass man sich einer wichtigen Sache konzentriert widmet unter Ausschaltung all der Nebengedanken, die so im Oberstüchen herum lärmen. Ich erlebe das manchmal beim Sportklettern, sehr oft beim Berggehen (mit oder ohne Klettersteig). Und während ich diesen Sommer auf die Tofana rauf bin, kam mir der Gedanke, dass – hier auf diesem schmalen Grad – jeder Schritt Bedeutung hat. Es geht um etwas, nämlich mein Leben. Eine Unachtsamkeit kann bedeuten, dass ich mehrere hundert Meter abstürze. Was ich jetzt nicht will, ist, dass konzentriert heißt, sich permanent mit dem Absturz zu beschäftigen. Es geht darum, Achtsam durchs Leben zu gehen und sich nicht ablenken zu lassen. Seine Schritte wohldurchdacht setzen, einen nach dem anderen.









