
Ich fang schon wieder an mit dem Denken! Und bin dabei auf zwei Sachen drauf gekommen. Die eine ist, dass desto schwerer ich klettere, desto mehr Gewicht – metaphorisch gesehen natürlich – bekommt der Kopf. Das halbleere Glas gibt es natürlich auch an der Wand. Sind es “Oh-mein-Gott-ich-kann-den-Griff-maximal-5-Sekunden-halten”- Gedanken oder sind es “Ich-hab-5-Sekunden-Zeit-um-zum-nächsten-Griff-zu-kommen”-Gedanken…. ja, ja, dreimal dürft ihr raten.
Ich hab’s ausprobiert. Ein bereits gepunktetes Projekt verwehrte mir die Wiederholung… und, weil Wiederholen nicht nur gut ist, weil man mehr Routine bekommt, sondern einem die Routine auch soweit entlastet, dass man seine Aufmerksamkeit anderen Dingen widmen kann, wie zum Beispiel den eigenen Gefühlen und Gedanken, die einem beim Vorstieg begleiten, fiel mir auf, dass ich mich mehr auf der Angst- als auf der Vertrauensseite befand. Ich veränderte meinen inneren Dialog und siehe da, ich schaffte die Wiederholung. (wer’s genau wissen will, was ich mir so erzähle beim Klettern, den muss ich auf einen späteren Blockeintrag vertrösten)
Die zweite Sache ist eine Differenzierung. Das Problem mit dem Fallenlassen ist ja nur die eine Seite der Medaille, den Halt verlieren ist definitiv die andere. Und wisst ihr was, ich hab mit der ganzen sch!”§$/=”§$&(!§$/-Medaille so meine Probleme. Gestern in der Halle probierte ich mich an einem Dynamo, vulgo gezieltes, geplantes Wegspringen von etwas das Sicherheit und Halt gibt hin zu etwas, das nicht nur weit weg, sondern völlig unberechenbar ist. Nachdem ich mindestens acht Mal versucht habe, den linken Griff bis zur anatomischen Grenze des Möglichen ‘runter zu blockieren, mit dem linken Fuß nachzuschottern was geht und meine rechte Hand zu deeeeehhhhnnen soweit die alten Bandln reichen wollten, keine Chance, immer noch mindestens 30cm zu kurz. Es gab nur eine Alternative und das ist der Vogerltanz, weil so sieht es aus, wenn ich einen Dynamo mache. Fünfminütiges Arschwackeln, mindestens vier Mal Schwung holen und es statisch probieren, drei Mal abbrechen, weil ich mich nicht loslassen traue und wenn ich dann springe und den Zielgriff auch erwische, dann muss ich aufpassen, dass ich ihn nicht vor Schreck und Überraschung wieder los lasse (weil ja nicht sein kann, was mein Gehirn für unmöglich hält).
Naja, nach meinem gestrigen Auftritt in der Halle, kann ich heute auf jeden Fall zum Patentamt pilgern und mir die Rechte auf den “statischen Dynamo” sichern, weil den hab ich erfunden…. pffff








